Alternative Fakten

Per Definition
Schon allein dem Wortlaut nach, dürfte es keine alternativen Fakten geben. Denn Fakten sind laut Duden Tatsachen: Wirkliche, gegebene Umstände. Alternativen zur Wirklichkeit gibt es keine.

Alternativen kommen erst bei der Auslegung und Art der Auffassung ins Spiel. Je nach Ausmass an Informationsversorgung, sowie eigenem Standpunkt, können im Schritt von der reinen Sachinformation, hin zum Verständnis ebendieser, verschiedene Alternativen entstehen.

Weil wir es heute besser wissen.

Dass genau heute das Zeitalter der alternativen Fakten ausgerufen wird, ist kein Zufall. Heute ist es uns möglich, sogenannte Tatsachen, sogenannt zu prüfen, indem wir verschiedene Quellen miteinander vergleichen. Im Gegensatz zu früher, herrscht also umfassendere Transparenz. Zeit und Raum spielen beinahe keine Rolle mehr bezüglich Verfügbarkeit von Informationen.

Weil sich aber im Zeitalter von Wikipedia und Ähnlichem jeder äussern kann und weniger unterschieden wird, respektive auch werden kann, woher Informationen stammen, und wie hoch deren Wahrheitsgehalt ist, entsteht ein Brei an Informationen, der zumal mit der grossen Schöpfkelle ausgelöffelt wird. Der Fluch ist nicht einmal der Fortschritt der Informationstechnologie sondern unser blindes Vertrauen in ebendiesen und, dass wir glauben, es besser zu wissen. In Altgriechischer Manier, sind wir uns unseren Grenzen des Wissens nicht bewusst. Es fehlt uns an Sokratischer Bescheidenheit.

Gleiches Rezept, neue Adaption

Verschiedene Auffassungen von Tatsachen hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Alternative Fakten sind keineswegs ein neues Phänomen. Auch deren systematische Verbreitung ist nichts Neues. Und auch die Leichtgläubigkeit der Menschen, die glauben, es besser zu wissen, kam schon bei Sokrates zur Sprache. Alles hat es schon gegeben, alles wird es wieder geben. Wir leben nicht im Zeitalter der Alternativen Fakten, wir sind einfach überheblich.

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